Wie riecht, klingt, fühlt und schmeckt Stuttgart? Und wie verändert sich die Stadt, wenn unsere sinnliche Wahrnehmung bewusst in Planungs- und Gestaltungsprozesse integriert wird? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Wahlfach NEWTOPIA Sensory Lab Stuttgart der Fakultät A der Hochschule für Technik Stuttgart.
Während klassische Planungsprozesse häufig primär visuell geprägt sind, rückt das Sensory Lab alle Sinne in den Fokus: Hören, Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken und in erweiterten Kontexten, auch atmosphärische und emotionale Wahrnehmungen. Auf diese Weise wird das Stuttgarter Stadtgebiet als urbanes Experimentierfeld für eine neue, multisensorische Stadtplanung und -entwicklung verstanden. Durch sensorische Kartierungen, Wahrnehmungsübungen, den permanenten Austausch mit Stadtbewohner:innen sowie experimentelle Entwurfsansätze werden die sinnlichen Qualitäten verschiedener Stadträume in Stuttgart herausgearbeitet.
Ziel ist es, die Stadt nicht nur funktional oder visuell zu betrachten, sondern als komplexen Erfahrungsraum zu verstehen, der durch multisensorische Eindrücke geprägt ist. Dabei wird Stuttgart als lebendiges Labor genutzt, in dem neue Methoden der Stadtwahrnehmung, Partizipation und Gestaltung entwickelt und erprobt werden.
Das Sensory Lab Stuttgart möchte aber auch neue Partnerschaften für ein breiteres Verständnis von Stadt und was diese ausmacht fördern und geht dafür teils ungewöhnliche Beziehungen und Kooperationen ein. Am liebsten arbeiten wir aber zusammen mit unseren Freund:innen von der Kulturinsel Stuttgart, St. Maria als…/salon populaire, der Merz Akademie (Anja Weber/Maria Mohr/Joost Bottema), der IBA‘27, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU), der Freien Kunstakademie Nürtingen (FKN) und vielen anderen mehr.
Im Mittelpunkt des Seminars stehen grundlegende Fragen zur sinnlichen Wahrnehmung der Stadt:
Die bisherige Auseinandersetzung hat gezeigt, dass Städte nicht nur visuell erlebt werden. Geräusche, Gerüche, Geschmäcker, aber auch Materialien, Temperaturen oder atmosphärische Stimmungen prägen wesentlich, wie Menschen Stadträume wahrnehmen, nutzen und bewerten. Diese sinnlichen Qualitäten beeinflussen Aufenthaltsqualität, Identifikation und Wohlbefinden – und sind daher ein wichtiger Bestandteil zukunftsorientierter Stadtplanung und -entwicklung, in der Räume bzw. Orte für Menschen entstehen.
Das Sensory Lab arbeitet als experimentelles Stadtlabor und kombiniert wissenschaftliche, künstlerisch/gestalterische und partizipative Methoden. Studierende erkunden jedes Semester spezifische Orte in Stuttgart mit einem Fokus-Sinn und analysieren diese mithilfe multisensorischer Herangehensweisen. Zu den Methoden gehören unter anderem:
Durch diese Vorgehensweise lernen Studierende, ihre Wahrnehmung bewusst zu schärfen und sensorische Qualitäten als planerische Ressource zu verstehen. Gleichzeitig entstehen neue Formen der Stadtanalyse, die über klassische städtebauliche und stadtplanerische Methoden hinausgehen.
Das Sensory Lab verfolgt das Ziel, die sinnliche Wahrnehmung als integralen Bestandteil von Stadtplanung und Gestaltung als Komplementär in den Ingenieurswissenschaften zu etablieren. Angestrebt werden:
Langfristig trägt das Sensory Lab so dazu bei, Stadtplanung stärker am menschlichen Erleben und Empfinden auszurichten. Die bewusste Integration aller Sinne ermöglicht es, Stadträume zu gestalten, die nicht nur funktional und visuell überzeugen, sondern auch atmosphärisch, sozial und emotional kongruent sind.
| Leitung | Karl Michael Lange, Amando Reber |
| Partner | Kulturinsel Stuttgart gGmbH, St. Maria als…/salon populaire, Merz Akademie, IBA‘27, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HFWU), Freie Kunstakademie Nürtingen (FKN) |
| Laufzeit | seit 2025 |
| Name & Position | E-Mail & Telefon | Büro |
|---|---|---|
| Wissenschaftlicher Mitarbeiter | +49 711 8926 2365 | 4/304 |
| Lehrbeauftragter |