MO 15.06.26, 18:00 – 19:30 Uhr
Ilko-Sascha Kowalczuk erzählt die Geschichte Ostdeutschlands seit 1990 als Kampf um die Freiheit – ein Kampf, dessen Ausgang richtungsweisend ist für die Zukunft ganz Deutschlands. Seine Grundthese: 1989/90 erlitt Ostdeutschland einen »Freiheitsschock«. Wie die ostdeutsche Gesellschaft ihn bewältigt, entscheidet darüber, wohin sie sich entwickelt.
Die Partei AfD ist ein gesamtdeutsches Phänomen, aber in Ostdeutschland ist sie besonders erfolgreich. Wie ist das zu erklären?
Wieso wird die liberale Demokratie gerade dort infrage gestellt, wo die erste erfolgreiche Revolution auf deutschem Boden stattfand?
Kowalczuk will die Ostdeutschen aus ihrer Opferrolle herausholen. Der Westen mag sich seinen Osten »erfunden« haben. Doch auch der Osten erfand und erfindet sich seinen Westen. Die ostdeutschen Vorurteile gegenüber dem Westen haben weit zurück reichende Wurzeln. Sie wurden durch die Frustrationen des Vereinigungsprozesses verstärkt. Und sie hindern viele Ostdeutsche daran, sich die liberale Demokratie der Bundesrepublik jetzt zueigen zu machen. Kowalczuk will aufrütteln: zu mehr aktiver Eigenverantwortung und zu einem Blick auf die Geschichte, bei dem die DDR nicht immer schöner wird, je länger sie her ist. Die Diktatur bleibt in seinem Buch eine Diktatur und die Einheit eine Erfolgsgeschichte der Freiheit. Eine Intervention, die nötig ist.
REFERENT: Dr. phil. Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und Publizist
ORT: Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart
KOSTENBEITRAG: 10,00 € / 8,00 €, für HFT-Studierende gegen Vorlage des HFT-Ausweises kostenlos
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